Teil 1: Austausch des Gateways

Ein großer Teil meiner LAN-Infrastruktur basiert seit vielen Jahren auf Geräten aus dem Hause Ubiquiti – vor allem bei Access Points und dem Gateway. Das gesamte Netzwerk lief in dieser Zeit durchgehend stabil. Es gab keine nennenswerten Ausfälle, keine Engpässe und auch keinen Grund, Geräte aus Alters- oder Leistungsgründen auszutauschen. Alles arbeitete zuverlässig und ohne Überraschungen.

Die USG3P war in dieser Zeit der Kern des Netzwerks. Unauffällig, robust und im Alltag einfach verlässlich. Umso klarer zeigte sich im Juni 2024, dass sich ihre lange Einsatzzeit nun bemerkbar machte. Das Original-Netzteil verabschiedete sich, wie ich im Beitrag „Offline zur Primetime“ beschrieben habe. Zwar lief die USG3P mit einem Ersatznetzteil weiter, doch zusammen mit dem inzwischen erreichten EOL-Status (EOL = „End of Life“, also das offizielle Ende von Support, Updates und Verkauf durch den Hersteller) war deutlich, dass der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen war.

Damit stand fest, dass ein neues Gateway her musste. Die Wahl fiel auf die UXG-MAX. Ebenfalls aus dem Ubiquiti-Umfeld, aber deutlich moderner und mit spürbar mehr Reserven. Sie bietet aktuelle Softwarepflege, höhere Leistung und passt besser zu den Anforderungen, die das Netzwerk heute und in den kommenden Jahren erfüllen soll. Die betagte USG3P hat lange gute Dienste geleistet, aber die UXG-MAX ist die logischere Basis für die Zukunft.


Vorbereitung ohne Netzunterbrechung

Wichtig war mir, dass es beim Tausch keine längeren Unterbrechungen gibt. Darum habe ich die UXG-MAX im Vorfeld separat vorbereitet.

Ich habe sie in Ruhe eingerichtet und ihr dabei dieselben IP-Adressen gegeben, die auch die USG3P genutzt hat. So konnte ich gewährleisten, dass alle anderen Geräte im Netzwerk ohne Unterbrechungen weiter genutzt werden konnten.

Geholfen hat mir dabei die Webseite darkwolfcave.de. Der dort beschriebene Weg ist direkt, nachvollziehbar und sicher. Keine Experimente, keine riskanten Workarounds (und keine KI-Inhalte! 😉 Siehe weiter unten!) Mein Dank gilt dem Betreiber dieser Seite. Im Vorfeld hatte ich nicht damit gerechnet, dass jemand anderes einen identischen Plan verfolgt und diesen auch noch in der Qualität veröffentlicht.


Der eigentliche Tausch

Mit der zuvor vorbereiteten UXG-MAX war der Umstieg fast schon unspektakulär. Kurz zusammengefasst:

  1. Die alte USG3P sauber im Controller entfernen.
    Damit ist der Unifi-Controller frei von Altlasten.
  2. UXG-MAX im Controller adoptieren.
    Der Controller erkennt sie sofort. Durch die identischen IPs fügt sich das Gerät nahtlos ins bestehende Netz ein.
  3. Funktionstest.
    Internet da. Geräte erreichbar. Keine Fehler. Keine Nacharbeit.

Das war’s.
Der Wechsel verlief absolut problemlos und fehlerfrei.

Das Dashboard meines Unifi Controllers (Version 9.4.19) nach der Migration.

Wichtiger Hinweis: KI ist für solche Projekte ungeeignet

Diesen Punkt muss ich klar ansprechen, weil ich die Erfahrung selbst gemacht habe:

Für diese Migrationen sollte man auf KI-Ratschläge verzichten.

Ich hatte im Vorfeld zwei völlig andere, unnötig komplizierte Migrationswege mit KI durchgesprochen. Beide Varianten hätten mir im echten Betrieb größere Problemen eingebracht. Eine davon war sogar klar falsch und hätte mich in eine Sackgasse geführt. KI neigt dazu, Fehlerbilder zu erfinden oder Szenarien unnötig aufzublähen.

Am Ende war der reale Weg viel einfacher und schneller – ganz ohne künstliche „Optimierung“.


Damit ist der Gateway-Tausch abgeschlossen.
Im nächsten Beitrag geht es um den Aufbau eines LTE-Failover, das ich separat beschreibe, da dieses Thema noch einmal ganz eigene Anforderungen mitbringt.