Teil 2: Der mobile doppelte Boden
Die in meinem Bericht „Das – bisher größte – Update für mein Netzwerk“ begonnenen Arbeiten werden im zweiten Teil nun noch etwas verfeinert.
Seit fünf Monaten sind wir Kunde bei Deutsche Glasfaser und nutzen einen FTTH-Anschluss. Eigentlich sollte Glasfaser genau das liefern, was man erwartet: Stabilität und Verfügbarkeit. Die Realität sah und sieht leider anders aus.
Bereits wenige Tage nach der Aktivierung war der Anschluss für mehrere Tage komplett tot. Ursache: ein Bagger hatte an zentraler Stelle die Verbindung für eine ganze Region gekappt. Sehr ärgerlich, aber so etwas kann passieren.
Was danach folgte, war weniger entschuldbar: über die Monaten kam es zu mehreren weiteren Ausfälle, meist um die 48 Stunden am Stück.
Da wir beruflich auf einen funktionierenden Internetzugang angewiesen sind, war klar: Darauf will ich mich nicht mehr verlassen. Es musste ein Fallback her.
Technische Basis: Gateway-Upgrade
Der erste Schritt war die Modernisierung des Gateways in unserem Netzwerk: USG-3P → UXG-MAX. Dies habe ich in diesem Bericht [HIER] ja schon beschrieben.
Das UXG-MAX kann mehrere Internetverbindungen zuverlässig verwalten und eignet sich viel besser für echtes automatisches Umschalten, wenn eine Leitung ausfällt. Ohne Bastellösungen, ohne Tricks.

Die Zutaten fürs Mobilfunk-Failover
Für das LTE-Failover habe ich mir folgende Komponenten besorgt:
- LTE-Router: TP-Link MR600
- SIM-Karte: Telekom Prepaid (Black-Friday-Deal)
Die SIM ist der eigentliche Knackpunkt – hier hat sich das Angebot gelohnt:
- 30 GB pro Monat
- nicht verbrauchtes Volumen wird mitgenommen
- 360 GB für ein Jahr
Kein Tageslimit, kein Zwangsverbrauch. Ideal für Failover, nicht für Dauerbetrieb. Aber natürlich nicht ohne das typische Telekom-Extra (Siehe mein Bericht „Der alte K(r)ampf…“)
Installation: simpel und zweckmäßig
Den Router MR600 habe ich bewusst in mein Büro im 2. OG installiert, um besseren LTE-Empfang zu haben. Von dort geht es per Ethernet direkt auf den WAN2 Anschluss der Unifi UXG-MAX.
Im UniFi Controller:
- WAN1: Deutsche Glasfaser
- WAN2: LTE-Router (Telekom LTE Mobilfunk)
- Modus: Failover, kein Dual-WAN-Load-Balancing
Fällt WAN1 aus, übernimmt WAN2 automatisch. Sobald Glasfaser zurück ist, wird sauber zurückgeschaltet.

Und direkt der erste Ernstfall nur vier Tage später
Und jetzt kommt der Teil, der fast schon zynisch ist:
Vier Tage, nachdem das Failover aktiv war, fällt der Zugang über Deutsche Glasfaser erneut aus. Genau an dem Tag wollte ich meine Installation selbst testen, was ich aber nun nicht mehr musste. Der Ernstfall kam mir zuvor.
Aber:
Das Failover griff sofort.
Keine Verbindungsabbrüche.
Keine VPN-Unterbrechung.
Keine Beschwerden aus dem Haushalt.
Genau dafür habe ich es gebaut.
Fazit: technisch top – organisatorisch schwach
Das Setup funktioniert exakt wie geplant. Das UXG-MAX macht seinen Job, der MR600 liefert stabil LTE, und das Telekom-Netz war in dieser Zeit zuverlässig.
Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack:
Vier Ausfälle in knapp vier Monaten.
Für einen Glasfaseranschluss schlicht nicht akzeptabel.
Bleibt die Frage:
Reichen die 360 GB fürs Jahr?
Wenn Deutsche Glasfaser so weitermacht, könnte das tatsächlich knapp werden.
Eigentlich absurd – dass man bei FTTH ernsthaft darüber nachdenken muss.
Das Failover bleibt. Vertrauen in die Verfügbarkeit leider nicht.

Bei mir waren die Ausfälle bisher nie lokal verursacht, sondern laut DG immer regionale oder übergeordnete Störungen – also Probleme in deren Anbindung. In manchen Gebieten soll zum PoP nur eine einzelne Zuleitung existieren. Fällt die weg, liegt sofort die ganze Region lahm, weil dort offenbar noch keine echte Redundanz vorhanden ist.
Hätte ich das früher gewusst …
Liegt die Ausfälle an der Infrastruktur vom Anbieter oder am Backbone?
Frage, da hier noch die Telekom Anfrage offen ist für FTTH.
Da die aber nun Ihre eigenen Zeitangaben überschritten haben, am Nutzungsort 1&1 TV wichtig ist (keine Fragen, bitte.) Besteht die Überlegung zum 1&1 Angebot mit dem DeutscheGlasfaser FTTH Anschluss zu wechseln.
Da hilft die Einschätzung der Ausfall Tendenz schon. Ja, ich weiß im Nachbarort ist alles anders….