Raus aus der alten Welt und hinein in die Neue. Glasfaser statt Kupfer!

Raus aus der Steinzeit?!

Manchmal zieht sich eine Geschichte über Jahre, bis man endlich am Ziel ist. Bei uns begann alles 2023 mit der Entscheidung, einen Glasfaseranschluss bei Deutsche Glasfaser zu bestellen. Gefühlt hatte sich zuvor eine halbe Ewigkeit niemand für den Glasfaserausbau im Sauerland interessiert. Plötzlich stand dann doch ein Mitarbeiter von Deutsche Glasfaser an der Haustür, erklärte das Konzept und bot den Anschluss direkt an. Ich war ehrlich gesagt erleichtert und auch glücklich, dass sich endlich etwas tat, und unterschrieb sofort. Merkwürdig war, dass nur kurze Zeit später auch andere Anbieter wie die Telekom plötzlich aktiv wurden und ebenfalls Glasfaseranschlüsse anboten. Aber da hatten wir längst unterschrieben und waren in Gedanken schon auf dem Weg in die digitale Zukunft.

Die Herausforderung der Teilnahmequote

Damals hieß es „33 Prozent müssen es sein“. Nur wenn mindestens ein Drittel der Haushalte in Meschede und Umgebung unterschreibt, wird aus der Idee Realität. Wir haben gehofft, dass die Quote erreicht wird, und heute, zwei Jahre später, sind die Glasfaserarbeiten tatsächlich abgeschlossen. Nicht ohne Spuren auf Straßen, Gehwegen und Grundstücken, aber immerhin mit dem Ergebnis, dass die Anschlüsse nun verfügbar sind.

Vodafone – von Enttäuschungen und Ärgernissen

Parallel dazu haben wir die Höhen und Tiefen mit Vodafone erlebt. Im Sommer 2024 schlug der Blitz in der Nähe ein und legte den Kabelverstärker lahm. Überraschenderweise lief damals alles reibungslos. Ein Anruf, eine SMS, ein Techniker, schnelle Lösung. Innerhalb von 50 Stunden war alles wieder in Ordnung und ich war ehrlich gesagt beeindruckt. Im Sommer 2025 sah die Sache ganz anders aus. Verbindungsabbrüche, fehlerhafte Signalpegel und damit ein Homeoffice, das nur noch mit viel Geduld funktionierte. Speedtests zeigten angeblich volle Leistung, in der Praxis war das aber nur ein schlechter Witz. Der Support reagierte nicht nur langsam, sondern verschlimmerte die Situation. Sogar einen nächtlichen Reset meiner FritzBox ohne Vorwarnung musste ich hinnehmen. Die Lieferung einer neuen FritzBox brachte schließlich auch keine Verbesserung. Am Ende viel Zeit, viel Ärger und rein gar nichts gewonnen.

Es ist vollbracht – Der Anschluss ist fertig

Der Glasfaserausbau in unserer Straße (muss so, oder so ähnlich ausgesehen haben.) 😉

Vor drei Wochen war es dann endlich soweit. Deutsche Glasfaser hat unseren FTTH Anschluss aktiviert. Der Medienkonverter hängt nun im Keller. Kein Schmuckstück, aber er erfüllt seinen Zweck. Ich habe mir bei DG eine FritzBox 7590 bestellt, die wenige Tage später geliefert wurde. Zusammen mit einem Freund habe ich ein Cat7 Kabel vom Keller ins Erdgeschoss gelegt, wo auch schon die alte Vodafone FritzBox im Netzwerkschrank montiert war. Die günstigen Netzwerkdosen, die ich noch hatte, stellten sich als Fehlgriff heraus. Viermal habe ich neu aufgelegt, ständig mit Massefehlern. Erst der Wechsel zu einem hochwertigeren Produkt brachte die stabile Verbindung zwischen Keller und Erdgeschoss.

Am Sonntag vor einer Woche konnte ich den Glasfaseranschluss schließlich in Betrieb nehmen. Die Performance ist hervorragend. Ein Gigabit im Download, 500 Megabit im Upload und Pingzeiten von rund zwölf Millisekunden. Alles fühlt sich schnell und stabil an, genau so, wie man es sich vorstellt.

Speedtest vorher und nacher
Δ Upload: ↑958% | Δ Ping: ↓28.6%

Der Bagger-Unfall und Glück im Unglück

Doch die Euphorie hielt nicht lange. Am Donnerstagmittag ging plötzlich gar nichts mehr. Komplett offline. Ursache war ein Bauschaden. Irgendwo zwischen Lippstadt, Brilon und Meschede hat ein Bagger in vier Metern Tiefe eine zentrale Glasfaserverbindung erwischt. Nach zweieinhalb Tagen war die Verbindung wiederhergestellt. Zum Glück hatte ich den bisherigen Vodafone-Anschluss noch nicht gekündigt. So konnte ich die Zeit problemlos überbrücken. Ein echtes Glück im Unglück. Der Vodafone-Anschluss wird uns noch bis Ende September begleiten. Für die Zeit danach plane ich eine Fallback-Lösung über Mobilfunk. Ein LTE-Stick mit einer PrePaid-Karte soll im Fall der Fälle einspringen, damit wir auch bei einer Glasfaserstörung nicht komplett offline sind.

Fazit – endlich die Ankunft im 21. Jahrhundert

Trotz dieser ungeplanten Zwangspause bleibt das Fazit eindeutig. Nach Jahren des Wartens und der Enttäuschungen mit Vodafone ist Glasfaser der richtige Schritt. Die Performance ist beeindruckend und gerade im Homeoffice ein echter Gewinn. Störungen und äußere Einflüsse lassen sich nie ganz ausschließen. Aber die Basis stimmt. Mit Glasfaser sind wir endlich in der Zukunft angekommen.