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Schlagwort: Netzwerk

Das – bisher größte – Update für mein Netzwerk

Teil 1: Austausch des Gateways

Ein großer Teil meiner LAN-Infrastruktur basiert seit vielen Jahren auf Geräten aus dem Hause Ubiquiti – vor allem bei Access Points und dem Gateway. Das gesamte Netzwerk lief in dieser Zeit durchgehend stabil. Es gab keine nennenswerten Ausfälle, keine Engpässe und auch keinen Grund, Geräte aus Alters- oder Leistungsgründen auszutauschen. Alles arbeitete zuverlässig und ohne Überraschungen.

Die USG3P war in dieser Zeit der Kern des Netzwerks. Unauffällig, robust und im Alltag einfach verlässlich. Umso klarer zeigte sich im Juni 2024, dass sich ihre lange Einsatzzeit nun bemerkbar machte. Das Original-Netzteil verabschiedete sich, wie ich im Beitrag „Offline zur Primetime“ beschrieben habe. Zwar lief die USG3P mit einem Ersatznetzteil weiter, doch zusammen mit dem inzwischen erreichten EOL-Status (EOL = „End of Life“, also das offizielle Ende von Support, Updates und Verkauf durch den Hersteller) war deutlich, dass der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen war.

Damit stand fest, dass ein neues Gateway her musste. Die Wahl fiel auf die UXG-MAX. Ebenfalls aus dem Ubiquiti-Umfeld, aber deutlich moderner und mit spürbar mehr Reserven. Sie bietet aktuelle Softwarepflege, höhere Leistung und passt besser zu den Anforderungen, die das Netzwerk heute und in den kommenden Jahren erfüllen soll. Die betagte USG3P hat lange gute Dienste geleistet, aber die UXG-MAX ist die logischere Basis für die Zukunft.

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Es muss nicht immer teuer sein…

Es muss nicht immer viel Geld kosten, wenn man etwas sucht, das leistungsfähig und sicher ist.

Ich betreibe schon seit einigen Jahren ein NAS-System aus dem Hause Intel (Intel SS4000-E). Verbaut sind dort drei 330 GB SATA-Festplatten, die als Raid5-Verbund ihre Arbeit tun und mir somit etwas mehr als 600 GB an Speicherplatz zur Verfügung stellen.

Das Problem ist, dass trotz eingebauter Gigabit-Ethernetcontroller die Durchsatzraten von Anfang an ziemlich überschaubar blieben. Es waren kaum mehr als 100-150Mbit/s messbar und so quälten sich gerade größere Datenmengen zum Teil sehr zäh durch die die Netzwerkkabel.

Wie gerufen kam mir da ein älterer PC (Pentium4 2.8GHz, 1280MB RAM, 2x160GB HDD usw.), der nur noch äußerst selten zum Einsatz kam und somit eigentlich überflüssig wurde. Ich tauschte die zwei betagten Festplatten aus und spendierte dem System zwei 1 TB große SATA-Festplatten, welche gespiegelt werden sollten. Da der Rechner noch aus Zeiten stammt, wo sich die SATA-Technologie noch im Labor herumtrieb, kam noch ein SATA-Controller hinzu, der auch über eine entsprechende Raid-Funktionalität verfügt, so dass die Spiegelung der Festplatten schnell konfiguriert werden konnte. Um die nötige Netzwerkperformance zu erreichen, verbaute ich in dem Rechner zudem noch eine neue Gigabit-Netzwerkkarte, da mit Boardmitteln nur max. 100Mbit möglich waren.

Als Betriebssystem kam FreeNAS zum Einsatz. Es handelt sich dabei um ein freies NAS-System, welches auf FreeBSD basiert. Das nur knapp 130 MB große CD-Image war schnell heruntergeladen und auf CD gebrannt. Die anschließende Installation dauerte nur etwa 10 Minuten und meinem Webbrowser präsentierte mir kurze Zeit später das Webfrontend, über das alle weiteren Konfigurationen erledigt werden konnten.

Die Datenpartition war schnell angebunden, die Dienste (hier CIFS/SMB) wurden aktiviert und die Benutzerkonten konnten ebenso zügig angelegt werden. Je ein Home-Verzeichnis für jeden User wurde vergeben und schon stand das neue Speichersystem für das Heimnetzwerk vor mir.

Ich übertrage die ersten Gigabytes an Daten von einer externen Festplatte auf das System und freue mich schon jetzt über die Performance. Mit meist über 300Mbit/s ist es so schon um einiges schneller, als das betagte Intel-NAS, welches vormals viel Geld gekostet hat, aber dennoch nie die Leistung gebracht hat, die man hätte erwarten können. Bei Übertragung von oder auf die interne Festplatte meines PC erwarte ich noch etwas mehr Leistung, da hier natürlich nicht die USB2-Bremse der externen Festplatt greift, von der ich momentan die Daten übertrage.
Gut, die Ausfallzeiten des SS4000-E tendierten in den letzten 3 Jahren gegen Null, dennoch waren große Dateien immer eine Geduldsprobe, wenn man anderweitig ein schnelles Netzwerk und schnelle Datenzugriffe gewohnt ist.

Abschließend werde ich noch etwas am Energieverbrauch des neuen FreeNAS-Systems arbeiten. Denn das mehr an Performance möchte ich mir nicht teuer durch eine höhere Stromrechnung erkaufen. Wenn man sparen kann, dann sollte man das auch tun.

Bislang bin ich mit den ersten Eindrücken dieses Systems mehr als zufrieden. Bei der Masse an Diensten und Protokollen wird man mit dem FreeNAS so gut wie alles abbilden können, was man in Zusammenhang mit Datenspeicherung benötigt. Nicht zu unrecht erhielt FreeNAS in der Vergangenheit so manchen Preis.

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